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Montag, 17. Oktober 2016

Klein Köris 2016

Unsere Sparta-Fahrt steht bevor und  so finden sich zehn Kameraden*innen ein, um gemeinsam nach Klein Köris zu rudern. Als Boote werden die Spree und Moldau auserkoren und die Aeolus wird vorbereitet - denn morgen wollen noch zwei Kameraden folgen.


Wir rudern los und rutschen zügig Richtung Süden. Bei Richtershorn wird traditionsgemäß Halt gemacht. Ein Kurzes Frühstück zum Kräftetanken und weiter geht's.

Bei Schmöckwitz scharf steuerbord und weiter über den Zeuthener See gen Süden, durch die Schleuse "Neue Mühle" und dann weiter über den Krimmnick- und Krüpelsee. Die beiden ziehen sich erfahrungsgemäß. Also ruhig nochmal ein Zwischenstopp bei Zernsdorf, am Ende des Sees.
Thomas und ich hüpfen nochmal schnell in den Supermarkt. Verpflegungs-  und neuwassertechnisch sind wir nicht genug gewappnet. Zurück vom Shoppen geht es auch sofort wieder in die Boote und wir folgen weiter der Dahme. 

Ab jetzt geht es non-stop bis über den Dolgensee zu einem kurzen Mittagessen bei "Kuddels Lustiger Stube". Die Stärkung ist auch notwendig, denn die  Endlosstrecke kommt erst jetzt: Schmöldesee. Schön zu betrachten, aber zähe vier Kilometer lang. Wenn man denkt, nun hat man es geschafft, kommt noch der Hölzerne See - nicht ganz so lang, aber man hat eh keinen Bock mehr ;-) . Wie schön das die Enten bei den Pausen die Skulls entern ;-)



Aber danach wird man belohnt. Der Klein Köriser See empfängt uns spiegelglatt. Wir kreuzen quer und lassen den Verein Sparta links liegen. Denn unser Fahrtenleiter Christian will vorher die Quartiere in der Jugendherberge klarmachen. Am Strand also locker aufgesetzt. C.J. tänzelt durch die Bootsspitze und schubst uns wieder in die Fluten. Wir machen rüber zu Sparta.





Fast zeitgleich legen wir und unser zweites Boot an. Die Kähne werden trockengelegt und das Gepäck sicher verstaut.

Ein erster Willkommenstrunk im Vereinssaal ist uns gewiss. Danach laufen wir die wenigen Meter vom Verein zur Herberge, um die Quartiere zu beziehen und Abendbrot zu fassen.

Anschliessend geht es zurück zu Sparta und wir treffen alte Bekannte, klatschen und tratschen über die Neuigkeiten aus den Vereinen. Bis spät wird geklönt, bis sich auch die letzten in die Kojen verziehen.

Am nächsten Morgen rudern wir zu einer kleinen Ausfahrt Richtung Langer See. Von da aus weiter über den Großen Wolziger See, in den Storkower Kanal bis zur Schleuse. 
Die dort anvisierte Gastro hatte aber leider geschlossen. Also zurück bis zum Anfang des Kanals. Dort ausgestiegen gehen wir zu Moni's Café und futtern uns voll. 
Das hat gefallen! Wir hinterlassen einen Eintrag im Gästebuch.



Mit voller Plautze geht es zurück. Wir erwarten ja auch noch Gäste.  Jens und Peter kommen heute mit einem Zweier nach. Vielleicht treffen wir sie unterwegs.
Leider nein - sie sind schon da. Wir essen in der Herberge gemeinsam Abendbrot und  ziehen zum Klönen wieder zu Sparta. Dort wurde schon gemütlich geplauscht. Mit der Feuerschale zum späten Abend wurde es noch gemütlicher. Es ging noch lang - ich klinkte mich aber irgendwann aus ;-).




Am nächsten Morgen ging es nach kurzer Zechenbereinigung an die Boote und wir ruderten, wie wir gekommen waren, zurück. 

Kurz vor Strandbad Neue Mühle kommen wir noch unverhofft in eine Regatta hinein. Und was soll ich sagen - wir gewinnen in der Kategorie C-Gig Vierer konkurrenzlos ;-).
Also legen wir an und begrüßen unsere Ruderkameraden. Eine Medaille gab es für uns nicht, aber wir konnten Tielchen und andere begrüßen.

Die Pause war uns recht - doch nun geht’s weiter. Durch die Schleuse und noch die letzten Kilometer geschrubbt. Die 50 Kilometer, die man insgesamt dabei zurücklegt hat, sind gefühlt nur 30. Wieso, kann ich nicht erklären - muss an der wunderbaren Natur liegen.




Eine wunderbare Fahrt, die jedes Jahr neue Erzählungen mit sich bringt. Doch das müsst ihr euch live erzählen lassen ;-).





2016 © Helge Kubath



Freitag, 16. September 2016

Usedom 2016

Am 31. August trafen wir uns Alle gemeinsam im Bootshaus um den "Nordischen Bär" und die "Ringkøbing" auf den Trailer zu laden. Nachdem das geschafft war, wurden die Zielkoordinaten ausgetauscht und die Reise nach Wolgast ging los.
Mit drei Autos, zwölf Personen, einem Anhänger und fünf Booten ging es auf die Piste. Abgesehen von den zwei Inriggern hatten wir auch noch unsere Rennboote "Pokalsieger" und "Flitzer", sowie ein C-Vierer namens "Berlin" von Empor dabei (dieser wurde von uns nur überführt). Da die Hängerfraktion erst am Abend ankam, hieß es, im Scheinwerferlicht noch schnell Zelte aufbauen, noch ein bisschen gemütlich zusammen sitzen und schlafen gehen.

Mannschaftseinteilung  [2016©HelgeKubath]

Freude – Gleich geht's Los [2016©HelgeKubath]

Am nächsten Tag trafen dann auch Thomas und unsere zwei Gäste ein.
Nach unserem nahrhaften Frühstück und dem Eintreffen unseres letzten Mannes schritten wir zur Tat, holten die Boote vom Trailer und fuhren Richtung Lassan.
Wir hatten Glück, denn es war windstill, das Wasser lag ruhig und so kamen wir leicht voran – wenn nicht gerade schnell, was wohl von der Umstellung auf die Riemenboote herrührte. Trotz Allem trafen wir gegen späten Mittag in Lassan ein und suchten das Peene-Cafe auf. Dort angekommen, war man erstaunt über die hohe Anzahl der Besuchergruppe, jedoch konnte man uns noch Tischen zuweisen und so kam es, dass Windbeutel, Eis und, nicht zu vergessen, der Lassaner-Sturmsack im Nu aufgegessen waren und wir mit gestärkten Kräften und vollem Magen zurückrudern konnten.
Mit guten 31 km war der erste Tag erfolgreich bestanden und zur Belohnung gab es Fleisch vom Grill oder auch Käse für die Vegetarier, ein bisschen Salat, Brot und alles Weitere was das Ruderherz begehrt.

Detlef hält unsere Flagge hoch [2016©HelgeKubath]

Päuschen [2016©HelgeKubath]

Lassaner Sturmsack [2016©EdwinBrüsecke]

Der nächste Morgen brach an und die Stimmung war noch etwas müde. Doch da wir wussten, dass es heute die Peene rauf und über die Ostsee gehe, fing sich die Stimmung schnell und wir fuhren nach dem Frühstück direkt los.
Mit unseren zwei mitgebrachten Booten, sowie dem "Roten Oktober" und "Ruden" aus Wolgast fuhren wir also voller Vorfreude Richtung Ostsee die Peene hoch. Doch kurz nach Start gab es einen herben Rückschlag.
Die Besatzung von Ruden saß knöcheltief im Wasser und, obwohl die Neugier und Vorfreude groß waren, siegte hier die Vernunft und so ruderten Björn, Noah und Heiko zurück nach Wolgast.

Leuchtturm [2016©HelgeKubath]

Dass diese Entscheidung weise getroffen war merkten wir schon bei den ersten Metern auf der Ostsee. Dort blieben uns die Wellen nicht erspart, allerdings wäre es ja auch langweilig gewesen, wenn doch. Dennoch schafften wir es, unsere Boote über dem Wasser zu halten und Sandbänke, so gut wie es eben ging, zu meiden. Nach einer sich lang hinziehenden Fahrt legten wir am Strand zwischen Karlshagen und Peenemünde an, wo Heiko, Björn, Noah sowie unsere beiden Gäste schon auf uns warteten. Nach der Mittagspause und Verpflegung ging es für alle, inklusive Björn, weiter, wobei ich (Chiara) bei den anderen Landgängern blieb.

angelandet [2016©HelgeKubath]

Mannschaftsbesprechung [2016©HelgeKubath]

Thomas zeigt uns das Ziel [2016©HelgeKubath]

Vom Strand aus hatte unsere Truppe es dann zum Glück nicht mehr so weit, jedoch stand das Umtragen erst noch bevor. Kurz hinter Zempin angekommen ging es direkt los die Boote etappenweise über die Düne, Straße und Bahnschienen zu tragen. Es war zwar nicht die einfachste Aufgabe aber auch diese wurde ohne Bootsschaden gemeistert.
Wir ließen die Boote am anderen Ufer bei einem Verein liegen und fuhren mit den Autos zurück.
Mit der heutigen Leistung und rund 40 km waren alle zufrieden und fertig.
Am Abend wurde dann gegessen, geredet, gelacht  aber auch irgendwann einmal geschlafen, denn eh man sich’s versah nahm die Sonne wieder ihren Platz am Himmel ein und weckte uns sanft aus dem Schlaf.

Pause Nr. 2 [2016©HelgeKubath]

Heiko chillt schon in der Sonne [2016©HelgeKubath]

die beeden [2016©HelgeKubath]

Der Junge Mann und das Meer [2016©HelgeKubath]

Abends wird's immer lustig [2016©HelgeKubath]

Das Frühstück war schnell abgeschlossen und schon saßen wir wieder im Auto zurück zu den Booten. Dort angekommen brachten wir mit Jens‘ Hilfe die Boote zu Wasser und ruderten los, leider schon wieder ohne unsere drei Männer. Direkt nach Aufbruch spürten wir in der kleinen Bucht den starken Wind und die damit verbundenen Wellen, doch wie am Tag zu vor packten wir auch das ohne große Probleme. Nur von den Steuermännern hörte man im Nachhinein die Klagen wegen des starken Windes. Wir kamen trotzdem alle früher oder später an und trafen uns mit den Verbliebenen noch einmal in Lassan, die uns schon sehnsüchtig erwarteten.
Wir beanspruchten dort den Fischimbiss für uns und hauten uns die Bäuche voll, um uns von diesem Ort  für ein Jahr zu verabschieden und die Reise zurück zum Quartier anzutreten.

Wind und Welle wurde später heftiger [2016©HelgeKubath]

…aber die Crew zog eisern die  Tour durch [2016©HelgeKubath]

 auf's Futter warten [2016©HelgeKubath]

Wieder mit einem Wechsel meiner Person und Björn fuhren unsere tapferen Krieger mit den Booten nach Wolgast und wir mit dem Auto schon einmal voraus.
Leider hieß es für uns nicht faul rumsitzen und warten. Wir kümmerten uns um "Ruden" der schon seit zwei Tagen im Wasser lag. Schliesslich fanden wir den Schaden, womit das Wasserliegen (zum Quellen des Holzes) nicht viel gebracht hatte. Wir brachten Ruden also rein und räumten noch um, da kamen auch schon die Anderen und haben leider Gottes Regen mitgebracht.
Die Boote wurden aus dem Wasser geholt, die Sachen in Sicherheit gebracht und sich vielleicht auch noch was Trockenes angezogen. Dann traf man sich gemeinschaftlich im Esszimmer und wartete auf das deftige Abendmahl.

Grillmaster Gunnar [2016©HelgeKubath]

Kuschelmaster Heiko [2016©HelgeKubath]

 Couchpotatoes [2016©HelgeKubath]

Dieser Abend war sehr angenehm. Man sprach über vielerlei, hier und da legte man Beine auf Knie und nach und nach verschwanden einzelne Personen, bis sich die Gruppe vollends auflöste.
Die Nacht war nicht ganz so ruhig, denn es regnete wie angekündigt, doch die Regenpause am Morgen wurde mit solcher Inbrunst genutzt, dass auch die Letzten, mit einer Ausnahme, aus ihrem Schlaf erwachten und sich fragten, wieso man in aller Herrgottsfrühe so rumgeschrien werden muss.
Nachdem man es geschafft hatte, sich aus Schlafsack und Zelt zu quälen, gab es Entwarnung. Denn es war nur Heiko, der Gunnar im Einer, sowie Laura und Gudrun im Zweier vom Steg aus Kommandos zubrüllte.

Beim Frühstück entschied man sich dann für eine frühzeitige Abreise, denn keiner hatte so wirklich Lust im Regen noch einmal rauszufahren.
So kam es also, dass wir die Boote verluden, unsere Sachen packten, die Zelte abbauten und verstauten und wir das Vereinshaus wieder auf Vordermann brachten.
Jetzt mussten wir nur noch darauf warten, dass die Brücke wieder für die Autos offen war und dann auf Richtung Heimat.

Gegen 17 Uhr am Sonntag kamen wir dann wieder bei uns im Bootshaus an und luden die Boote ab. Sie wurden einmal von oben bis unten, von links nach rechts und beinahe auch vom Regen sauber geputzt. War das geschafft, fuhren wir die Boote rein und hinterließen alles so, als wäre nie was gewesen. Danach kam die große Abschiedsrunde  und wir freuen uns mit Sicherheit Alle schon auf's nächste Jahr.
zurück daheim [2016©Mrs.Peters]


2016 © Chiara Engel

Dienstag, 19. Juli 2016

Kiesseefahrt 2016 - ein Reisebericht

Reisebericht eines Neuankömmlings, eingefangen im Unisport
Kiessee Wanderruderfahrt 09./10.07.2016

14 Kameraden, davon 5 Unisportler (alle Neuwasser ab Müggelsee)
Drei gesteuerte Vierer (einer mit Loch)

Fahrtenleiter: Seewolf Keule
Bootsbesetzung:
Boot Werlsee: Udo, Charlotte, Thomas, Laura, Jens
Boot Spree: Seewolf Keule, Helge, Claudia, Björn, Jana
Boot Moldau: Heiko, Undine, Detlef, Bernhard

Wer nicht selbst schon einmal 80 km in 2 Tagen mit Skulls in den Händen hinter sich gelegt hat, der hat keine Ahnung worauf er sich einlässt.
Die Vorfreude darauf ist geradezu unermesslich und zurück bleibt ein taumeliger Seegang, geprägt von einem Dauergrinsen, doch purer körperlicher Erschöpfung, die es wert ist, auf sich zu nehmen.
Es geht viel zu früh los, aber je früher, desto weiter kommt man und je weiter man kommt, umso schöner wird es. Weit weg in unbekannte Gewässer, die sich aus Sicht eines Ruderbootes dahinschlängeln wie Weltmeere.

Klar Schiff machen
Und genauso starteten wir durch unsere 1. Etappe. Samstag 9 Uhr. Stürmisch, bewölkt und es roch nach Regen. Claudia und Keule erzählten schon auf dem Weg Schauermärchen über den unbändigen Müggelsee und sie wurden wahr. Das Neuwasser türmte sich vor und hinter uns auf, doch Keule blieb ruhig und manövrierte uns sicher in den sicheren Schlund der Müggelspree, wo sich das Wetter beruhigte. Ein Vierer (Udos Boot) hatte den Weg am Ufer des Sees eingeschlagen und wir waren in Sorge, ob sie es schaffen, doch der Seebär kennt seine Wege. Das war mit Abstand der aufregendste Teil der Wanderfahrt, da man sich vorstellen konnte, wie es wohl in solch wilden Gewässern zugehen muss, in denen sich Weltenumsegler befinden.

Boot: Spree, Konzentriert durch Klein Venedig
Als wir durch Klein Venedig schipperten, brach der Himmel auf und der Dämeritzsee war greifbar nah. Das Rudern nahm jetzt einen geschmeidigen Lauf und wir glitten durch seichtes Wasser. Back- und Steuerbords erschlossen sich Wassergrundstücke von denen man nur träumen kann. Es muss doch einen unbekannten Verwandten geben, der sein Wassergrundstück zufällig loswerden will?
Auf dem Dämeritzsee angekommen, fuhren wir vorbei an unserem Nachtlager der Wasserfreunde, um noch 14 km weiter Richtung Mittag zum Kiessee zu rudern.

Diese Fahrt war schön, denn hier begann die Ferne und ein Neuwasser nach dem anderen bahnte sich unseren Weg. Es wurde ruhig und wir genossen die Stille, die nur durch Detlefs, Udines und Heikos Singsang seine Vollendung fand.
Über das Flakenfließ kurz in den Flakensee, dann scharf rechts in die Löcknitz und ewig geradeaus. Hier gab unser erstes Bier bei einem Italiener, und das schmeckte einfach wunderbar.
in den Werlsee, vorbei an der Liebesinsel rüber in den Peetzsee und dann bis ans Ende des Möllensees. Dort in den Stichkanal. Hier waren die Gewässer vom letzten Sturm mit Geäst gefüllt, so dass unsere Steuerfrau Claudia gut zu tun hatte und klare Anweisungen ausstieß. Das kann sie gut. Nach der „Röhre“ noch den Kiessee bis zum Ende und am Campingplatz angelegt. Der Ausstieg war wie Keule sagte: „Oh, schon wieder ne Leiche.“
Die Kleinsten sind von unseren Booten begeistert

noch einmal durchgewischt 
Jetzt gabs erstmal n ordentliches Schnitzel oder auch zwei wer ein normales (großes) bestellt hatte und ein Eisbein für Udo, das ihm dann später quer hängen sollte. Die Bedienung war ruppig, aber echt und der Hausherr spendierte noch einen aufs Haus. Danke dafür.

noch n Bier!!!
endlich was zu essen

zufriedener kann man nicht gucken

Der Weg zurück in unser Nachtdomizil war dank Keule mit dem sinnlichsten Stück der Fahrt erfüllt. Die Alte Löcknitz, die ich steuern durfte, haarscharf hindurch mit Kappenmanöver und „steuer-, backbord über“ vorbei am Ursprung der Wasserläufe. Einfach Natur und sonst nichts.
Endlich angekommen bei den Wasserfreunden Erkner, im Dachboden eingewiesen, schmissen wir uns erschöpft und glücklich auf die Decken und veranstalteten eine Massenmassage. Keule hatte den Grill schon entfacht und bevor wir wieder was essen konnten durchschwammen wir den Dämeritzsee. Endlich waren wir nicht nur umgeben von Wasser, sondern waren auch mal drin. Angenehm kühl und rein. Und dieser Duft…Wasser.
Chillen
Der Abend wurde dann immer später, etwas betrunkener und sehr lustig. Was mit Schnik-Schnak-Schuk begann, endete mit Pantomime von Bruttosozialprodukt. Detlef hatte es erraten, was für ein Genie.
Blick auf die Alte Spree

Quatschen und Gegrilltes futtern



Gefühlt um eins im Bett, erwachten die gestandenen Hasen gefühlt um vier und schmissen uns gefühlt um sechs aus der Koje. Oh je, der Kopf und die Beine und die Arme. Aua, aber was solls. Macht man ja nicht alle Tage. Also ab in den See mit Undine, wo der Himmel zu versprochenen 30 Grad aufbrach. Erfrischt und 2 cm wacher zurück, stopften wir uns ne trockene Stulle in den Mund, packten gehetzt unsere 7 Sachen, denn die Hasen wollten los. Rudern? Haben wir das nicht schon gestern getan? Ja, Rudern. Endlich.
Rein, Zähne zusammenbeißen, einfach rudern, denn aufhören kann man ja nicht und dann tut auch irgendwann nix mehr weh. Es funktioniert.

Unsere Etappe sollte heute im Kalksee über den Flakensee münden, bevor es gen Heimat ging. Die Attraktion: Woltersdorfer Schleuse. Fantastisch. Groß, mit aufklappbarer Straße und DJ. Wir legten auf der Seite für die Sportboote an – das mißfiel aber der Schleuserin und rief uns aus die andere Seite zu nutzen. Wie auf dem Bahnhof. Lustig. Nicht lustig war, dass unser Steuer nicht mehr zu befestigen war, d.h. wir waren steuerlos. Aber nicht wirklich. Claudia kann ja gut Befehle geben und Helge verdrehte sich spitzenmässig den Hals. Wir ruderten mal Backe mal Steuer über.
An der Spitze vom Kalksee im Rüdersdorfer Ruderverein konnte unser Superman Heiko doch Tatsache das Steuer reparieren. Dafür brauchte er es nur anfassen. Der Wahnsinn. Wie macht er das bloß? Somit konnten wir getrost unsere Heimreise antreten und eine letzte Stärkung vor der Schleuse am Imbiss einnehmen. Heiko trampelte mit den Füßen. Ja, wir kommen. Mit vereinten Kräften geht’s einfach weiter.

Keule und Claudi und Pferd

plötzlich kam ein Cowboy und stellte sein Pferd ab

Über Flakensee und Flakenfließ, rein in den Dämeritzsee und den langen langweiligen Gosener Kanal, hinein in den schönen Seddinsee, der von einem endlos verzauberten Seerosenfeld bedeckt ist. Ab hier ist alles lang, erstreckt sich kilometerweit geradeaus und es wird lauter, denn es ist Sonntag. Sonntag und blauer Himmel. Und wie es an solchen Tagen ebenso ist. Boote, nochmal Boote, Sonntagsfahrer, Segler, Paddler, die ganze Palette. Es schaukelt, manchmal schön, manchmal hochseeartig. Aber eines ist gleich. Die Wellenverursacher haben noch nie in einem Ruderboot gesessen, denn sie verstehen nichts von der Verdrängung des Wassers bei hohen Geschwindigkeiten. Keule kann endlich motzen.

kurze Rast beim ESV Schmöckwitz

der Ältesten Rat tagt



Die letzte Pause machten wir wohl noch im Seddinsee am ESV, bevor es die letzten 14 Kilometer die Dahme (Langer See) und dann wieder in die Spree ging.
Obwohl der Sonnenstich nah war, die Glieder nicht mehr konnten und nun auch mal genug mit Rudern war, machte sich in mir eine Melancholie breit, da der Weg nur noch so kurz war. Ab jetzt wurde jede Bewegung noch einmal gespürt, das letzte aus den Muskeln gepresst und versucht so zu rudern wie es die Meister gelehrt haben.
Die Ankunft war nüchtern, alles raus aus dem Boot, matte Gesichter. Erst die Arbeit, dann die Freude. Vielleicht war es aber auch die Trauer darüber, dass es schon vorbei ist, denn angefühlt hat es sich viel länger.
Wir sprangen nochmal in die Spree, schwelgten im Vorabend und begossen ihn mit Geselligkeit.
So anstrengend es auch war. Rudern ist urig. Und sieht einfach toll aus (auch Heiko im Einteiler). Du setzt dich rein und fährst hin wohin du willst, aus eigener Kraft. Schön.

Der Abschied fällt schwer - also hängen wir noch vorm Bootshaus ab

Danke liebe TIB-Freunde. Danke für diese Erfahrung und die Möglichkeit daran teilzunehmen. Wir sind infiziert und machen weiter. So oder so!


2016 © Jana Utke