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Freitag, 16. September 2016

Usedom 2016

Am 31. August trafen wir uns Alle gemeinsam im Bootshaus um den "Nordischen Bär" und die "Ringkøbing" auf den Trailer zu laden. Nachdem das geschafft war, wurden die Zielkoordinaten ausgetauscht und die Reise nach Wolgast ging los.
Mit drei Autos, zwölf Personen, einem Anhänger und fünf Booten ging es auf die Piste. Abgesehen von den zwei Inriggern hatten wir auch noch unsere Rennboote "Pokalsieger" und "Flitzer", sowie ein C-Vierer namens "Berlin" von Empor dabei (dieser wurde von uns nur überführt). Da die Hängerfraktion erst am Abend ankam, hieß es, im Scheinwerferlicht noch schnell Zelte aufbauen, noch ein bisschen gemütlich zusammen sitzen und schlafen gehen.

Mannschaftseinteilung  [2016©HelgeKubath]

Freude – Gleich geht's Los [2016©HelgeKubath]

Am nächsten Tag trafen dann auch Thomas und unsere zwei Gäste ein.
Nach unserem nahrhaften Frühstück und dem Eintreffen unseres letzten Mannes schritten wir zur Tat, holten die Boote vom Trailer und fuhren Richtung Lassan.
Wir hatten Glück, denn es war windstill, das Wasser lag ruhig und so kamen wir leicht voran – wenn nicht gerade schnell, was wohl von der Umstellung auf die Riemenboote herrührte. Trotz Allem trafen wir gegen späten Mittag in Lassan ein und suchten das Peene-Cafe auf. Dort angekommen, war man erstaunt über die hohe Anzahl der Besuchergruppe, jedoch konnte man uns noch Tischen zuweisen und so kam es, dass Windbeutel, Eis und, nicht zu vergessen, der Lassaner-Sturmsack im Nu aufgegessen waren und wir mit gestärkten Kräften und vollem Magen zurückrudern konnten.
Mit guten 31 km war der erste Tag erfolgreich bestanden und zur Belohnung gab es Fleisch vom Grill oder auch Käse für die Vegetarier, ein bisschen Salat, Brot und alles Weitere was das Ruderherz begehrt.

Detlef hält unsere Flagge hoch [2016©HelgeKubath]

Päuschen [2016©HelgeKubath]

Lassaner Sturmsack [2016©EdwinBrüsecke]

Der nächste Morgen brach an und die Stimmung war noch etwas müde. Doch da wir wussten, dass es heute die Peene rauf und über die Ostsee gehe, fing sich die Stimmung schnell und wir fuhren nach dem Frühstück direkt los.
Mit unseren zwei mitgebrachten Booten, sowie dem "Roten Oktober" und "Ruden" aus Wolgast fuhren wir also voller Vorfreude Richtung Ostsee die Peene hoch. Doch kurz nach Start gab es einen herben Rückschlag.
Die Besatzung von Ruden saß knöcheltief im Wasser und, obwohl die Neugier und Vorfreude groß waren, siegte hier die Vernunft und so ruderten Björn, Noah und Heiko zurück nach Wolgast.

Leuchtturm [2016©HelgeKubath]

Dass diese Entscheidung weise getroffen war merkten wir schon bei den ersten Metern auf der Ostsee. Dort blieben uns die Wellen nicht erspart, allerdings wäre es ja auch langweilig gewesen, wenn doch. Dennoch schafften wir es, unsere Boote über dem Wasser zu halten und Sandbänke, so gut wie es eben ging, zu meiden. Nach einer sich lang hinziehenden Fahrt legten wir am Strand zwischen Karlshagen und Peenemünde an, wo Heiko, Björn, Noah sowie unsere beiden Gäste schon auf uns warteten. Nach der Mittagspause und Verpflegung ging es für alle, inklusive Björn, weiter, wobei ich (Chiara) bei den anderen Landgängern blieb.

angelandet [2016©HelgeKubath]

Mannschaftsbesprechung [2016©HelgeKubath]

Thomas zeigt uns das Ziel [2016©HelgeKubath]

Vom Strand aus hatte unsere Truppe es dann zum Glück nicht mehr so weit, jedoch stand das Umtragen erst noch bevor. Kurz hinter Zempin angekommen ging es direkt los die Boote etappenweise über die Düne, Straße und Bahnschienen zu tragen. Es war zwar nicht die einfachste Aufgabe aber auch diese wurde ohne Bootsschaden gemeistert.
Wir ließen die Boote am anderen Ufer bei einem Verein liegen und fuhren mit den Autos zurück.
Mit der heutigen Leistung und rund 40 km waren alle zufrieden und fertig.
Am Abend wurde dann gegessen, geredet, gelacht  aber auch irgendwann einmal geschlafen, denn eh man sich’s versah nahm die Sonne wieder ihren Platz am Himmel ein und weckte uns sanft aus dem Schlaf.

Pause Nr. 2 [2016©HelgeKubath]

Heiko chillt schon in der Sonne [2016©HelgeKubath]

die beeden [2016©HelgeKubath]

Der Junge Mann und das Meer [2016©HelgeKubath]

Abends wird's immer lustig [2016©HelgeKubath]

Das Frühstück war schnell abgeschlossen und schon saßen wir wieder im Auto zurück zu den Booten. Dort angekommen brachten wir mit Jens‘ Hilfe die Boote zu Wasser und ruderten los, leider schon wieder ohne unsere drei Männer. Direkt nach Aufbruch spürten wir in der kleinen Bucht den starken Wind und die damit verbundenen Wellen, doch wie am Tag zu vor packten wir auch das ohne große Probleme. Nur von den Steuermännern hörte man im Nachhinein die Klagen wegen des starken Windes. Wir kamen trotzdem alle früher oder später an und trafen uns mit den Verbliebenen noch einmal in Lassan, die uns schon sehnsüchtig erwarteten.
Wir beanspruchten dort den Fischimbiss für uns und hauten uns die Bäuche voll, um uns von diesem Ort  für ein Jahr zu verabschieden und die Reise zurück zum Quartier anzutreten.

Wind und Welle wurde später heftiger [2016©HelgeKubath]

…aber die Crew zog eisern die  Tour durch [2016©HelgeKubath]

 auf's Futter warten [2016©HelgeKubath]

Wieder mit einem Wechsel meiner Person und Björn fuhren unsere tapferen Krieger mit den Booten nach Wolgast und wir mit dem Auto schon einmal voraus.
Leider hieß es für uns nicht faul rumsitzen und warten. Wir kümmerten uns um "Ruden" der schon seit zwei Tagen im Wasser lag. Schliesslich fanden wir den Schaden, womit das Wasserliegen (zum Quellen des Holzes) nicht viel gebracht hatte. Wir brachten Ruden also rein und räumten noch um, da kamen auch schon die Anderen und haben leider Gottes Regen mitgebracht.
Die Boote wurden aus dem Wasser geholt, die Sachen in Sicherheit gebracht und sich vielleicht auch noch was Trockenes angezogen. Dann traf man sich gemeinschaftlich im Esszimmer und wartete auf das deftige Abendmahl.

Grillmaster Gunnar [2016©HelgeKubath]

Kuschelmaster Heiko [2016©HelgeKubath]

 Couchpotatoes [2016©HelgeKubath]

Dieser Abend war sehr angenehm. Man sprach über vielerlei, hier und da legte man Beine auf Knie und nach und nach verschwanden einzelne Personen, bis sich die Gruppe vollends auflöste.
Die Nacht war nicht ganz so ruhig, denn es regnete wie angekündigt, doch die Regenpause am Morgen wurde mit solcher Inbrunst genutzt, dass auch die Letzten, mit einer Ausnahme, aus ihrem Schlaf erwachten und sich fragten, wieso man in aller Herrgottsfrühe so rumgeschrien werden muss.
Nachdem man es geschafft hatte, sich aus Schlafsack und Zelt zu quälen, gab es Entwarnung. Denn es war nur Heiko, der Gunnar im Einer, sowie Laura und Gudrun im Zweier vom Steg aus Kommandos zubrüllte.

Beim Frühstück entschied man sich dann für eine frühzeitige Abreise, denn keiner hatte so wirklich Lust im Regen noch einmal rauszufahren.
So kam es also, dass wir die Boote verluden, unsere Sachen packten, die Zelte abbauten und verstauten und wir das Vereinshaus wieder auf Vordermann brachten.
Jetzt mussten wir nur noch darauf warten, dass die Brücke wieder für die Autos offen war und dann auf Richtung Heimat.

Gegen 17 Uhr am Sonntag kamen wir dann wieder bei uns im Bootshaus an und luden die Boote ab. Sie wurden einmal von oben bis unten, von links nach rechts und beinahe auch vom Regen sauber geputzt. War das geschafft, fuhren wir die Boote rein und hinterließen alles so, als wäre nie was gewesen. Danach kam die große Abschiedsrunde  und wir freuen uns mit Sicherheit Alle schon auf's nächste Jahr.
zurück daheim [2016©Mrs.Peters]


2016 © Chiara Engel

Donnerstag, 17. September 2015

Wanderruderfahrt Schwerin–Berlin

Es war eine lange Fahrt vom 11.-19.08.2015.

Und: Wir waren schon eine bunte Truppe aus den unterschiedlichsten Vereinen:

4 x RC Halle (Wolfgang K., Hansi, Christa, Lutz)
1 x TiB Oberspree (Udo)
3 x Sparta Klein Köris (Wolfgang J., Kerstin, Klaus)
2 x RG Schwerin (Almut, Herbert)
1 x FRV (Petra)

Doch nun im Detail der Fahrt-Hergang:


Dienstag, 11.8.
Die Hallenser Ruderfreunde trafen pünktlich um 11:00 Uhr mit ihrem Bus bei TiB Oberspree ein. Die Boote (2 Vierer) waren bereits am Vorabend auf den TiB-Hänger verladen worden. So sollte es ein Leichtes sein, den Hänger an den Hallenser Bus anzukoppeln, um nach Schwerin loszufahren. Leider hatten wir das System der Vater-Mutter-Stecker außer Acht gelassen! Ein Adapter fehlte! Kerstin und Udo fuhren zum ersten Autoteilehändler – ohne Erfolg, sie fuhren zum zweiten Autoteilehändler – mit Erfolg. Vater & Mutter passten zusammen, jetzt noch die Lichtprobe – und los ging die Fahrt mit 2 Stunden Verspätung. In Schwerin wurden wir bereits von den Schwerinern Almut und Herbert erwartet. Das neugebaute, moderne Gebäude der Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 e. V. hat eine wunderbare Lage: Mit Blick auf das Schloss Schwerin genossen wir Kaffee und Kuchen, machten Pläne für den kommenden Tag, schlugen die Boote an und schliefen bei klarem Himmel in unseren Doppelzimmern mit Blick auf das erleuchtete Schlossgebäude ein.




Mittwoch, 12.8.
Die morgendliche Ruderfahrt begann mit einer Schloss-Umfahrt, setzte sich über den zunehmend welliger werdenden Schweriner See fort und entließ uns aus den windigen Verhältnissen in den ruhigen Störkanal. Unser Fahrtenleiter Wolfgang K. hatte die gute Idee, den Landdienst so aufzuteilen, dass nur vormittags mit „Loch“ gerudert wurde und ab mittags beide Boote vollbesetzt fahren konnten. So fuhren am ersten Tag Herbert und Christa die beiden Autos zum Tageszielpunkt Parchim, parkten dort Herberts Auto, beide Fahrer kamen dann mit dem Auto (Bus) zur Ruder-Mittagspause an die Schleuse in Banzkow. So weit, so gut. Nur: Herbert durfte ab Mittag rudern und hatte seine Rudersachen in seinem Auto vergessen. Hansi bot Herbert an, er könne sich von seinen Bekleidungsstücken/ Wechselsachen etwas aussuchen. So ruderte Herbert bis zum abendlichen Zielpunkt mit Hansis Badehose. 

Der Störkanal gab unsere Boote für die Elde frei und so ruderten wir bis zum Abend bei Sonnenschein. Am Bootsschlafplatz in Parchim angekommen, erwarteten uns die beiden Autos für die Fahrt zum Nachtquartier „Rosenhof“ in Plau am See. Abends genossen wir den Sonnenuntergang auf einer Wiese vor unserem Hotel.




Donnerstag, 13.8.
Ein herrlicher Sommertag erwartet uns auf unserer Weiterfahrt die Elde entlang! Ruhe ringsumher. Herrliche uralte Bäume wachsen entlang der Elde. Die Mittagspause in Lübz mit Nudeln, Eiskaffee, Kuchen etc. pp. gestaltete jeder nach seiner Fasson. Ab der Mittagspause hatte ich Landdienst. Nach dem Einkauf, einem Stadtbummel in Lübz und dem Besuch eines Cafés … fuhr ich zum verabredeten Zielort Schleuse Barkow. Eine nette Plauderei mit den dortigen Bewohnern des ehemaligen Schleusenwärterhauses ging meinem langen Warten auf die beiden Boote voraus. Die Sonne sank immer tiefer – es waren keine Boote zu sehen! Nun ist die Elde kein gefährliches Gewässer, deshalb blieb ich entspannt und döste in der Abendsonne – bis ich meinen Namen rufen hörte. Herbert und Wolfgang verabschiedeten sich gerade von einer Frau, welche in einem schnellen Auto davonfuhr! Sie waren beide getrampt. Was war passiert?




Die Boote kamen 17:00 Uhr an der Schleuse Bobzin an. 
Der Blaue Hebel wurde betätigt: „Weiterschleusung angenommen“
Kurze Zeit später: 
„Störung – Hilfe über Notrufsäule“

Kerstin kletterte über den Zaun zur Notrufsäule und sprach mit dem Mann am anderen Ende:
„Wir versuchen es per Ferndiagnose, sonst muss der Techniker kommen.“ 
Antwort auf die Frage, ob wir uns in einer Stunde nochmal melden können: 
„Ja, selbstverständlich“. 
Eine Stunde später: nochmal Zaunklettern zur Notrufsäule, Telefonat: „Die Techniker sind ca. 18:45 Uhr in Bobzin und versuchen die Störung zu beheben“.

Um 19:00 Uhr treffen endlich die Techniker der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ein. 
Erst jetzt ist klar, dass ein dicker Baumstamm die Schließung des Schleusentores (oben) behindert hat.

Hansi beschloss daraufhin, die Boote nach der Reparatur noch hochzuschleusen, um am kommenden Tag gleich weiterrudern zu können. 
Gegen 19:10 Uhr konnte endlich geschleust werden. 
Beide Boote wurden ca. 19:45 Uhr am Liegeplatz für die Nacht festgemacht.




Insgesamt 5 Ruderer haben dann die beiden Boote geschleust. Einige waren unterwegs, den Landdienst zu holen, andere sind in das nächste Dorf gelaufen.

Inzwischen waren mehrere Stunden vergangen, Wolfgang und Herbert hatten mich samt Autos von der einen Schleuse Barkow zurück zur anderen Schleuse Bobzin geholt – mittels einer abenteuerlichen Fahrt durch enge Dschungelpfade, an steilen Uferböschungen entlang, über matschige Waldböden, tiefe Bodenkuhlen… Die Boote wurden hinter der Schleuse Bobzin zur Nacht „angeleint“. Gegen 21:00 Uhr ließen wir die Tagesereignisse auf besagter Wiese in Plau am See bei diversen Getränken Revuepassieren…

Freitag, 14.8.
Von Bobzin nach Plau am See genossen wir die ruhige Atmosphäre und die herrliche Natur. Das Einfahren in Plau am See ließ uns Abschied nehmen von der beschaulichen Ruhe und vor allem Abschied von der Windstille. Eine kleine Testfahrt von 50 m hinaus auf den welligen Plauer See ließ uns beschließen, die Boote in der Marina an Land zu holen, abzuschlagen und auf den Hänger zu verladen, welcher von Udo und Herbert aus Bollewick geholt werden musste. Nach Auskunft des Hafenmeisters sollte der Wind nicht nachlassen, Gewitter seien angekündigt. So verbrachten wir alle gemeinsam die Nacht in Plau am See: die Boote auf dem Hänger in der Marina, wir Ruderer im Hotel. Nachts zog ein Gewitter über uns hinweg…



Samstag, 15.8.
Windstille und Sonnenschein! Keine Planänderung: Boote und Menschen wurden mittels beider Autos nach Mirow gefahren. Am Mirower Strand wurden die Boote fahrtüchtig gemacht, einige Ruderkameraden badeten kurz und weiter ging die Fahrt. Kurz vor unserem Ziel Canow verdunkelte sich der Himmel zusehends und wahrlich in letzter Minute fanden wir am Ufer des Kleinen Peetschsee unter Bäumen Schutz vor einem heftigen Regenschauer. Der anschließende Sonnenschein trocknete unsere Sachen schnell und so ließen wir uns kurz darauf im Canower Straßenimbiss an der Schleuse nach dem Festmachen der Boote das Eis und kühle Getränke schmecken. Übernachtet wurde im Radlhus in Wesenberg. 
Eine Überraschung für Christa: Ihre langjährige Zweierpartnerin Elke (zu Jugendzeiten) wohnt im Grundstück neben unserer „Anlegestelle“! Durch Zufall begegneten sich beide  - mit großem HALLO!



Sonntag, 16.8.
Am kommenden Morgen starteten wir bei Sonnenschein in Richtung Bredereiche. Zauberhafte Seen und die ruhige Havel ließen uns den Tag genießen. Allerdings wuchs die Zahl der Motorboote an. In den Schleusen machte sich dies besonders bemerkbar. Apropos Schleuse: In der Schleuse Fürstenberg gab einer unserer Paddelhaken den Geist auf: Es brach der Holzstab neben der Metallspitze ab. Erfahrene Ruderer kann dies nicht erschüttern. Wohlbehalten kamen wir mit allen Einzelteilen in Bredereiche an, bezogen unsere schönen Zimmer und genossen die abendliche Ruhe auf der Terrasse an der Havel.




Montag, 17.8.
Und wieder meinte es die Sonne gut mit uns. Von Bredereiche ruderten wir nach Himmelpfort, passierten die Schleuse, genossen die Landschaft neben der Woblitz, durchquerten den Großen Lychensee und bogen ab. Motorboot-Verbot! Sehr gut! Durch einen kleinen Kanal ging es zum Nesselpfuhl, weiter durch die schmale Wurlflut zum Wurlsee. Das kalkreiche Wasser des max. 28 m-tiefen Wurlsees entstammt verschiedenen Quellen und ist sehr rein. Nach einer ausgiebigen Mittagspause mit Picknick und Badengehen am Strand in Retzow ruderten wir diese märchenhafte Strecke zurück nach Bredereiche.
Das Abendessen auf der Terrasse direkt an der Havel, der Abendausklang in der „Bibliothek am Kamin“ mit „Mann un Fru“ und die Unterhaltung durch unseren mitreisenden Künstler Lutz rundeten diesen schönen Tag ab.
Wolfgang J. reparierte den „kranken“ Paddelhaken.

Dienstag, 18.8.


Morgens in Bredereiche: Mit den Booten ging es weiter Richtung Berlin. Nach wenigen Kilometern wollte sich der wieder genesene Paddelhaken in der Schleuse Regow von unserem Boot verabschieden und sprang vor lauter Übermut ins Schleusenwasser. Wir verhinderten den Abschied, holten ihn wieder an Bord, redeten ihm gut zu und ruderten weiter. Unserem Paddelhaken schien es bei uns nicht zu gefallen: keine halbe Stunde später stürzte er sich über die Bordwand in die Havel! Wir retteten ihn aus den Havelfluten, sprachen ein ernstes Wort mit ihm, legten in auf unserem Luxus-Deck A ab und genossen die weiteren Tage ohne Paddelhaken-Vorkommnisse.

Die Fahrt ging weiter: die Havel entlang, an Mildenberg und seiner Ziegelei-Geschichte vorüber. Die beiden Ziegeleien, die noch bis 1991 in Betrieb waren, hinterlassen unzählige Stich-Seen rings um die Havel zwischen Mildenberg und Zehdenick. Abendliche Ankunft an der Schleuse Bischofswerder, hinter welcher wir nach dem Durchschleusen die Boote zur Nacht parkten. Der Landdienst brachte uns nach Bredereiche, wo wir ein letztes Mal die Abendstimmung auf der Terrasse genossen.



Mittwoch, 19.8. 
Abschied von Bredereiche. Mit den Autos fuhren wir zum Bootsparkplatz Bischofswerder, ruderten weiter durch Liebenwalde, auf dem Voßkanal, dem Malzer Kanal und dem Oder-Havel-Kanal mit seinen riesigen Schubeinheiten, durch Oranienburg … bis zur Gaststätte „Zum Weißen Schwan“. Endlich Essen und Trinken! Je weiter wir uns dem Ziel Berlin näherten, desto wärmer wurden die Temperaturen. Das gemütliche Beisammensein zur Pause wurde durch das Nahen einer Schubeinheit unterbrochen, welche im Vorbeifahren so viel Wasser zog, dass eines unserer beiden Boote auf dem Trocknen sitzen blieb…

Nach der Mittagsrast war die Spandauer Schleuse mit ihrer Schurre bald erreicht und die letzten Kilometer bis TiB Tiefwerder vergingen fast im Flug.

Der Empfang durch die TiB-Ruderer war wie immer sehr herzlich und von wohligen Grilldüften durchzogen! Die Tische bogen sich fast unter den leckeren Speisen, wobei Alex als Grillmeister eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist! Die Feuerschale spendete Wärme beim gemütlichen abendlichen Zusammensitzen.



Donnerstag: 20.8.

Von TiB Tiefwerder ruderten wir in heimischen Gewässern Richtung TiB Oberspree. Die Mittagspause am Urbanhafen wurde mit Eis, Kuchen, Getränken und diversen Leckereien verbracht. Der Landwehrkanal und die Treptower Spree empfingen uns als Altbekannte. Das Bootesäubern, Sachen umpacken, Autos beladen … ging durch viele fleißige Hände zügig vonstatten. Beim letzten gemeinsamen gemütlichen Beisammensitzen am „Runden Trommeltisch“ ließen wir die Tage Revue passieren und schmiedeten bereits neue Pläne. Dann hieß es Abschied nehmen: die Schweriner fuhren nach Norden, die Hallenser nach Süden und die Berliner verteilten sich sternförmig.


Zusammenfassend erlebten wir nur einen kurzen Regenguss auf dem Wasser, genossen wunderbare Landschaften mit ihren Tieren, Pflanzen, uralten Bäumen und herrlichen Düften bei Sonnenschein,
wir ruderten 345 Kilometer und passierten 26 Schleusen!

Danke an alle Organisatoren für diese erlebnisreichen, schönen Tage!

Alle Fotos wurden von irgendeinem der oben genannten Ruderer gemacht.
2015 © Petra Filzhuth


Dienstag, 2. Juni 2015

Das TiB -TiB Ritual

Heiko winkt in Vorfreude mit unsere Fahne
Wie jedes Jahr startete auch 2015 wieder eine Gruppe von Ruderern Richtung TiB Tiefwerder um im  Nordwesten Berlins die Kameraden zu besuchen. Mit zwei Doppelvierern stachen wir am Samstag um 9:00 Uhr in See.
Die Mannschaften wurden gut verteilt, so dass keines der Boote dem Anderen wegfahren konnte. Fahrtenleiter Udo fuhr mit der Spree voraus. Ein inzwischen betagtes aber extrem stabiles geklinkertes Boot. Heiko folgte mit unserem neuesten Kahn, dem "Großer Zug" der damit zum zweiten Mal seine Wanderfahrt-Qualitäten unter Beweis stellen musste.

Die erste Etappe ging vom Wassersportzentrum Oberspree über die Spree in den Britzer Verbindungskanal. Am Hafen Britz Ost scharf Backbord in den Neuköllner Schifffahrtskanal. An der Schleuse war dann erstmal Schluss. Wo sind Heiko und  seinen Mannen und Damen (beim ihm fuhr auch Ana mit)? Sie hatten noch schnell einen Teamwechsel bei Wiking eingelegt.
Alle wieder vereint konnte es jetzt gemeinsam durch die Britzer Schleuse gehen. Hier machten auch wir unseren ersten Steuermannswechsel.

Gefühlte 0,1 Höhenmeter tiefer ging es nun weiter bis zum Urbanhafen. In Neukölln passierten wir noch die letzten Partyhengste der letzten Nacht. Bei tiefen Bässen säumten sie die Neuköllner Ufer. Am Maybachufer ging es in den Landwehrkanal rein bis zum Urbankrankenhaus. Hier angekommen gab es für alle erstmal einen kleinen Snack. 

Erste längere Pause am Urbanhafen

Nun galt es die Innenstadt zu erobern. Den Landwehrkanal weiter runter erblickte man unzählige Punkte die man auch vom Land her kennt, doch eher selten von der Wasserseite aus betrachten kann. U-Bahnhof Hallesches Tor  - wie immer geschäftiges Treiben.
Plötzlich ein riesiges Flugzeug direkt backbord - wir haben das Technische Museum erreicht.
Kurz danach Steuerbord die Neue Nationalgalerie
Dit is ja wie Sightseeing.
Nun geht's am Zoo vorbei. Ich habe nur einen Fischreiher gesehen - ich glaub der gehört nicht dazu.

An der Capt'n Schillow vorbei und unter der "Strasse am 17. Juni" hindurch. Kurz darauf treffen wir wieder auf die Spree. Gehn Westen gesteuert fahren wir auf ihr weiter und halten an der Caprivi Brücke. Hier gibt's es eine Erfrischung für alle und man kann sich auf den Uferwiesen mal kurz lang machen.

Der Spree folgend rudern wir weiter. Die urbane Uferlandschaft weicht kurz grüner Bewaldung um kurz darauf von massiven Industriebauten abgelöst zu werden. Kraftwerk Reuter West mit eigenem Hafen, riesigen Gebäuden und einem massiven Kühlturm ist nicht zu übersehen.

An der Havel angelangt geht es weiter Richtung Tiefwerder. Unsere Kameraden warten sicherlich schon mit Kaffee und Kuchen. Jetzt ist es auch nur noch ein kurzes Stück. Am Südhafen ein scharfe Biegung (Udo meint 210° - aber ich weiß nicht).  Dann durch bis zum Unterhafen. Erstaunlich - auf dem kurzen Stück ganze vier Rudervereine. Wir legen an.
Am Ufer warten schon Hatsch (unser Landdienst heute) und viele Kameraden von Tiefwerder. Das neue leichte Boot wird zu Land getragen und die Spree wird sicher zwischen Steg und Ufer festgemacht.

Nach gut 33 Kilometern wird sich gereckt und gestreckt. Anschliessend bringen wir unsere Klamotten in die Herberge und setzen uns an den voll gedeckten Tisch. Auf Kaffee und Kuchen hatten wir uns die letzten Kilometer gefreut. Und natürlich auf unsere Kameraden, die man trotz des selben Vereins viel zu selten sieht. Die Entfernung ist halt doch nicht zu unterschätzen. 

Kaffee und Kuchen - wat will man mehr
Wat ham wa gelacht
Die regen Gespräche werden durch einen plötzlichen Wolkenbruch unterbrochen und wir flüchten in die gemütliche Vereinshütte. Als wenn nix gewesen wär geht es hier weiter mit Fachsimpeleien, alten Anekdoten und Kennenlernen der Neuwasserfahrer. Als der Regen wieder der Abendsonne wich setzten wir uns raus zum Grillen und später um die Feuerschale (die Nächte sind noch etwas kühl).
Kühl aber gemütlich um die Feuerschale


Tiefwerder spendete noch Bier, Hatsch zauberte aus dem Kofferraum lecker Wein.
Es war super lustig. Keule erzählte vom "Zeltlager", doch die Geschichte kann ich hier nicht wiedergeben. Sorry. 

Geschafft aber glücklich krochen wir zu später Stunde in unsere Kojen.
Leider nicht für lang.

Schon um 6:30 Uhr machte Fahrtleiter Udo Alarm. Komischerweise waren alle halbwegs fit. Nur ich schälte mich aus dem Schlafsack und war eher mürrisch unterwegs. Frühstück, Kaffee und dann schnell Sachen packen. Wir hatten heute noch gut Weg vor uns. Wir wollten nicht die  selbe Route zurück, sondern südlich durch den Teltow-Kanal.

Udo in aller Herrgottsfrühe gut drauf

Wir verabschiedeten uns von unseren Gastgebern. Es war wirklich toll. 
Nochmal winken und los. Ruff uff die Havel.

Bisl stürmisch heute - dachte ich. 
Bei der Insel Schwanenwerder kürzten wir ab - also Ruder lang - durch die kleine Brücke und rauf auf den Wannsee. 
Auf dem Wannsee hatte der Wind ein bisschen mehr Platz zum Wellen machen. Entsprechend schlug uns auch die ein oder andere Woge ins Boot. Doch wir kämpften uns durch (zu bedenken- wir waren doch alle noch ein wenig müde vom Vorabend). 
Die Segler hingegen freute es und somit zierte den Horizont ein Meer aus weißen Segeln. 

Ab dem kleinen Wannsee wurde alles entspannter. Schicke Villen an den Ufern und entspannte Fahrwasser. Beim Schülerinnen-Ruderverband ein kurzer Stopp und Steuermannswechsel. Weiter ging es über den Pohlesee, Stölpchensee dann den Gribnitzsee kurz angerissen. Von da aus rein in den Teltow-Kanal bis zur Schleuse Kleinmachnow
Ein grosses imposantes Gebäude. Noch durch Kaiser Wilhelm dem II fand die Eröffnung im Jahre 1906 statt. 2,86 Meter höher konnten wir dann weiter rudern. 

Von da an war es halt viel Kanal - aber schön. Links und rechts hatten wir grün. Jogger versuchten sich mit uns zu messen (vergeblich). Hin und wieder Brücken wo Eltern und ihre Knirpse winkten. Nur zum Anlegen bot sich nicht so recht Gelegenheit. Also kleiner Zwangsstopp an einer halbwegs brauchbaren Uferbefestigung und sofort wieder weiter. Udo und Co. sind schon an uns vorbei. Nächster Treffpunkt: Tempelhofer Hafen.



Dort angekommen ist es rappelvoll. Eine Wakeboard-Meisterschaft wird hier gerade ausgetragen. Wir finden mit unserem Boot nicht sofort einen Platz zum anlegen und von Udo ist keine Spur. Also am Floss vom Hafenmeister festgemacht und rübergeklettert. Die Pause war bitter nötig. Trinken und essen. Doch wo ist Udo? Mal anrufen. Sie hatten wohl auch keine rechte Anlegemöglichkeit entdeckt und sind weiter zu Wiking.

Ok. Dann galt für uns jetzt auch keine Eile mehr. Die kriegen wir eh nicht mehr ein.
Frisch gestärkt bestiegen wir wieder unser Boot und setzten die Fahrt fort.

Bei Wiking nochmal kurz Stopp um anschliessend in die Zieletappe aufzubrechen.
Britzer Verbindungskanal, Spree - vorbei am Rohbau zu neuen Süd-Ost-Verbindungsbrücke (Bing zeigt die fälschlicher Weise als schon existent).
Die Spree empfing uns wieder mit mehr Wellen und der Rixdorf Ausflugsdampfer der Reederei Riedel machte extra Welle - Sein Feierabend war im wohl wichtiger als das wir Heile ankommen. Danke dafür. 

Am Steg angekommen trugen unsere Kameraden gerade das andere Boot in die Halle. 
Am Steg vielen sich alle in die Arme und man schwatzte noch ein wenig über das gerade Erlebte. Den Neuwasser-Kameraden hat es auch gefallen und kennen jetzt auch den Weg zu unseren TiB Freunden im Norden. Das Wetter meinte es mehr als gut mit uns. Bei strahlendem Sonnenschein ruderten wir durch ganz Berlin. Das diese Fahrt eine der liebsten der Vereinsmitglieder ist versteht sich nach dem Erlebnis von selbst. Nächstes Jahr bestimmt wieder.


Text & Fotos: Helge Kubath © 2015