Donnerstag, 9. Juni 2016

27. Oderumfahrt

Udo hat zur traditionellen Oderumfahrt gerufen. Da ich diese Fahrt noch nicht kenne will ich dieses Jahr erstmalig teilnehmen. Gleich vorweg - ich habe etwas Sorge das ich die Tour nicht durchhalte, da sie doch extrem lang ist.
Am 25. April 2016 trafen sich alle Teilnehmer im Bootshaus der TiB Oberspree. Wir hatten bereits an dem Wochenende zuvor alles vorbereitet. Bootscheck, Positionslichter, Werkzeug- und Verbandskoffer - man weiß ja nie.
Die Mannschaft bestand aus: Hansi aus Halle, Roman vom Ruderclub Anklam,  Peter und Björn aus Dänemark sowie Andreas, Herbert, Klaus,  Fahrtenleiter Udo, Thomas, Keule, Jens und meiner Wenigkeit Helge. Später kam noch noch Frank dazu und ersetzte Hansi.

erstes Gruppenbild bei Richtershorn

Unsere erste Etappe führte uns über bekannte Gewässer: Dahme, Seddinsee und Oder-Spree Kanal bis zur Wernsdorfer Schleuse. Ab hier habe ich Neuwasser.  "Das Wetter scheint uns wohl gesonnen." sag ich. Im Sonnenschein gleiten wir den Kanal hinunter.
Doch nur kurz darauf hätte ich mich ohrfeigen können für diese Bemerkung. Der Wind frischt auf und bringt uns zum bibbern. Doch damit nicht genug fängt es an zu regnen.
Die Sibirischen Winde haben es in sich. Der Regen wechselt zu Graupel und "schneit" uns quasi ein. Doch wir rudern weiter den Kanal runter bis Fürstenwalde. Endlich angekommen klart das Wetter auch wieder auf. Hier parken wir die Boote beim Ruderverein Fürstenwalde.
Der Werkzeugkasten findet direkt abends noch seinen ersten Einsatz. Ein Rollsitz will nicht mehr so wie wir es wollen.

Rollsitz will nicht mehr
Unser Quartier in der ersten Nacht

Skulls


In der Stube bei Fürstenwalde

Am nächsten Morgen regnet es und die Kameraden wollen nicht so recht auf's Wasser.
Hilft alles nichts. Die Boote werden kurz ausgeschöpft und zu Wasser gelassen. Platsch auf den nassen Rollsitz gesetzt und los geht's in die Zweite Etappe.

Es regnet und wir rudern eisern den Oder Spree-Kanal weiter gen Osten. Wieder 100 Meter. Der Kanal ziiieeeeht sich. Ständige Kilometerangaben am Rand machen die Strecke nicht kürzer. Es regnet nach wie vor. Mal stärker - mal nur Niesel. Aber nicht einmal lässt sich die Sonne blicken. Dazu pfeift immer wieder ein eiskalter Wind durch die durchnässten Klamotten. Diese Etappe ist lang - zirka 84 Kilometer müssen wir bewältigen.

Funktionskleidung 1.0 - benötigt unbedingt ein Update
Pitsche Patsche Nass - Stimmung geht so!

In der Zwillingschachtschleuse in Eisenhüttenstadt angekommen haben wir bereits 9 Stunden im Dauerregen gerudert. Nichts trockenes haben wir noch am Körper. In der Schleuse wird einem ohne Bewegung schnell richtig kalt. Doch zusätzlich pfeift jetzt ein Wind mit Minusgraden über uns hinweg. Zitternd halten wir uns an den Schleusenwänden fest. Doch es geht nicht los. Es dauert ewig bis der Schleusenwart die Tore schliesst und uns die 14 Meter hinunterschleust. Immerhin verzichtet er auf das langwierige Ausgleichsverfahren wofür die Schleuse eigentlich bekannt ist, sondern er macht eine schnelle Schleusung. Mit gutem Tempo geht es bergab.

Kurz nach der Schleuse legen wir wie geplant an und kehren in eine Gastwirtschaft ein. Solche armen Gestalten hatte die Bedienung wohl auch noch nie gesehen. Alle triefend nass und vor Kälte zitternd betraten die Gastronomie. Wegen der nassen Klamotten gab's Stühle mit Handtüchern als Überzug und eine Extra Ecke wo wir in Ruhe uns aufwärmen konnten. Nach einem Lecker-Essen und ein/zwei Grog kehrte wieder Leben in die ausgezehrten Gesichter.
Als wir das Restaurant verließen konnten wir unseren Augen kaum trauen. Die Sonne schien - zum ersten mal heute. Alle wieder in die Boote gehüpft und weiter - jetzt ist es nicht mehr weit bis Frankfurt Oder. Kurz darauf ging es auf die Oder und die Strömung unterstützte uns auf die letzten Kilometer. An der Einfahrt zu unserem Quartier musste man sich nochmal ordentlich gegen die Strömung stemmen, doch die Aussicht auf eine warme Dusche weckte die letzten Reserven in uns.

Nachdem die Boote entladen, jeder ein Plätzchen zum Schlafen gefunden hatten wurde geduscht und ein kurzer Abend noch mit Bier beschlossen. Lange konnten wir nicht aufbleiben. Morgen hieß es um fünf Uhr aufstehen und 108 Kilometer bestreiten.

Wecker klingeln. Die Dritte Etappe kräht.
Es ist 5 Uhr morgens als wir den Steg betreten. Es beginnt gerade zu dämmern – der Mond ist derzeit noch das Hellste am Himmel.
Die Nacht war kalt. Steg und Boote sind vereist. Herbert bemerkt es zu spät und fliegt rücklings auf den vereisten Steg. Autsch. Das tat weh.
Vorsichtig sammeln wir alles zusammen und lassen vorsichtig die Boote zu Wasser.
Die vereiste Bootsleine biegen wir in das Boot und legen mit dem ersten Sonnenstrahl ab.



vereiste Skulls im Vordergrund, Mond im Hintergrund

Vorsichtig tapsen - is glatt

Von kalten Winden begleitet rudern wir die Oder hinab. Das Wetter zeigt sich typisch für den April weiterhin wechselhaft, doch bleiben uns Dauerregen und Graupel heute erspart.

Wir nutzen die Strömung der Oder um zügig voranzukommen. Steuermannswechsel erfolgen mangels Anlegemöglichkeiten fast ausschliesslich auf dem Wasser. Es ist ein Schauspiel das Gekrebse an Bord mit anzusehen.
Aber auch wenn sich Möglichkeiten bieten einmal anzulegen ist das leichter gesagt als getan. Die Strömung ist derart stark das man einen Steg nur schwerlich erreicht.
Sonnenaufgang auf der Oder
Unser Beiboot oder: "Oder" auf der Oder

Am Oder-Havel-Kanal einmal scharf Backbord und wir haben wieder ruhige Wasser.

Auf der "Wriezener Alten Oder" ging es weiter Richtung Schiffshebewerk Eberswalde Finow.
Dort angekommen kam mein persönliches Highlight dieser Fahrt. Das Hebewerk kenne ich noch aus alten Kindheitstagen und weiß wie sehr es mich damals beeindruckt hat. Damals noch als Zuschauer von ganz oben kann ich heute erstmals in dem Bottich nach oben fahren. Ich bin extrem gespannt und teile meine Erfahrung Live auf Facebook mit anderen - die moderne Technik macht es möglich.
Es geht hoch - 36 Meter werden wir nun in dem Bauwerk von 1934 emporgehoben samt den 4290 Tonnen die der Trog samt Wasser wiegt. Nur 256 Stahlseile halten dieses Monster. Wer mehr zu dem Hebewerk erfahren möchte, dem sei der sehr umfassende Wikipedia Artikel empfohlen.

Links das alte Schiffshebewerk, Rechts das Neue im Bau
Im Schiffshebewerk - icke gerade am Live streamen

Blick nach oben

Ein bisl fertig sind wa schon nach ca. 100km heute

Ausfahrt Schiffshebewerk Eberswalde/Finow
Auf dem Oder-Havel Kanal oben angekommen geht es nur noch ein kurzes Stück bis Eberswalde.
Im dortigen Kanuklub Empor gastieren wir und feuern als erstes den Kamin an um die nassen Sachen erneut zu trocknen und nicht zu letzt uns selbst zu wärmen. Bei Bier und Schnaps (Neuwasser - ständig) gratulieren wir uns gegenseitig die längste Etappe von 108 Kilometern überstanden zu haben. Aber auch die erfahrenen Umfahrt-Teilnehmer sind sich einig - so hart wie dieses Jahr war es noch nie.
Foto ist selbsterklärend - oda?

Auf den Matratzen im Kraftraum und den Umkleiden verteilen wir uns uns bereiten uns auf den nächsten Tag vor.  Aus jetztiger Sicht ein kurzes Stück bis Oranienburg.

Die Vierte Etappe startet trocken (Das muss hier wirklich hervorgehoben werden). Am Steg versammeln sich alle für ein schönes Gruppenfoto und dann geht es in die Boote.




Gruppenfoto (nur icke fehle -muss knipsen)

Auf dem in den letzten Jahren extrem verbreiterten Kanal ist es nicht ganz so spannend wie in natürlich belassenen Gewässern - aber immerhin sind wir über eine Bahntrasse gerudert (leider sieht man das aus dem Boot nicht - da wäre mal eine Drone nett gewesen).

Ich merke das die langen Etappen nicht spurlos an mir vorüber gegangen sind. Mein Handgelenk schmerzt -Sehnenscheidenentzündung vermute ich. Das drehen der Skulls wird zunehmend schwieriger und mein Gelenk wird sichtbar dick. Mist!

Es hilft alles nichts - ich muss mit stehendem Blatt fahren. Das ist extrem nervig, weil man doch das ein oder andere mal an einer Welle hängenbleibt.

Wir erreichen die nächsten Schleuse. Hier ist schurren angesagt. Wir versuchen das Boot an einem Pfeiler bereit zu halten. Die starke Strömung von der Schleuse macht uns das nicht einfach. Als die "Spree" fertig übergesetzt hat dürfen wir mit dem Modulboot "Oder" einfahren. Als Fünfer+ ist es etwas zu lang für die Schurre und wir müssen die Spitze von Hand tragen um dem Boot keinen Schaden zuzufügen. Nach einigen Keilereien wie man es richtig macht sind wir nach wenigen Minuten trotzdem wieder auf Kurs und haben unbeschadet den nächsten See erreicht.

Ich darf vorzeitig wieder auf den Steuerplatz um meine Hand zu schonen. Wir steuern auf Oranienburg zu und legen am Steg an. Im Vereinssaal ist der Ofen schon gut am böllern und wir suchen uns alle unsere Ecke auf dem Boden. Zum Klönen ziehen wir rüber in das "Hafenbüro". Dort feiern wir sehr ausgelassen und lange, denn jeder weiß - morgen haben wir frei.

Steg Oranienburg
im Hafenbüro
Keule und Icke


Keule und Udo

Was man an solch einem Abend alles erfährt ist in einem Text gar nicht schnell wiederzugeben. Was aber direkt mit dieser Tour ein interessanter Aspekt war ist, das diese Tour nur durch den Mauerfall geboren wurde.
Ursprünglich war die Idee in den 80er Jahren mit Ruderkameraden von der TiB (damals KWO) geboren worden. Frank wollte zu seinem Grundstück bei Oranienburg rudern. Leider war das einem durch die Berliner Mauer verwehrt. Eine alternative Route hätte alle Dimensionen gesprengt.

Doch kaum war die Mauer im November 1989 gefallen war die Idee wieder zu Leben erwacht und bereits im April 1990 mit den ersten wärmeren Temperaturen startete die erste Oder-Umfahrt. Am Nieder-Neuendorfer-See kam es dann tatsächlich sogar zu einer Grenzkontrolle auf dem Wasser – die DDR war ja noch existent. Die DDR Grenzbeamten hatte einen Schwimmsteg aufgebaut und ließen die komplette  Bootsbesatzung dort aussteigen. Das Gewicht der vielen Ruderer hatte der Beamte aber nicht mit einkalkuliert und so sank der Ponton mit jedem Kameraden mehr und mehr, so dass der "Sheriff" mit seinem Füßen schnell im Wasser stand. Er ließ lieber schnell wieder alle einsteigen bevor er komplett im Wasser versank. Der sprichwörtliche Untergang der DDR.

Das ist nur eine von vielen Anekdoten die ich hören durfte - doch diese gefiel mir am besten weil sie auch den Ursprung der Fahrt am besten vermittelt (ich hoffe ich habe es halbwegs richtig wiedergegeben - war schon sehr spät an dem Abend).

Am folgenden Tag wurde nicht gerudert sondern wir ließen es und gut gehen und gingen in den Turm - eine Wellness-Oase mit diversen Saunen und Schwimmbädern.
Nur Keule und Andreas wollten lieber auf Welle sein (auf Achse kann man ja nicht sagen) und verbrachten den Tag lieber mit einer Ausfahrt zum "Schwan" (Restaurant im Ruderrevier Oranienburg).

Alle Anderen genossen die warmen Temperaturen in der Sauna - seit Tagen waren wir unterkühlt gerudert, wurden vom Eiswinden gepeitscht und mussten Stunden in nasser Kleidung verbringen.
Im warmen Whirlpool oder einer Sauna mit speziellem Aufguss erholten sich die Körper von den Strapazen der letzten Tage. (von dieser Etappe gibts logischerweise keine Bilder :-)

Für meine Hand hatte ich inzwischen auch eine spezielle Salbe erhalten die meinem Handgelenk gut tat.

Hansi verließ uns an diesem Etappenziel und reiste mit der Bahn via Berlin zurück nach Halle. An seiner Stelle stemmte ab sofort Frank die Skulls im Boot.

Am Samstag startete dann die fünfte Etappe Richtung TiB Tiefwerder.
Zuerst ging es die Havel weiter hinunter bis zum Ruderclub Oberhavel (RCO). Hier kurze Rast und weiter bis Berlin. Dabei passierten wir die Stelle an der die besagte Grenzkontolle stattfand. Noch heute liegen in den Durchfahrten zum Nieder-Neuendorfer-See die versenkten Schubeinheiten. Diese sollten das durchtauchen verhindern. Auf den "Schwimmhafenwiesen" patrouillierten Hunde und gaben Alarm wenn jemand den Fluchtversuch wagte.

Inzwischen gibt es einen Durchbruch und wir können ungehindert weiter der Havel folgen und kurz darauf unseren nächsten Stopp bei Saffonia halten. Unsere Dänemarker sind dort wohl sogar Mitglied - wenn ich das richtig verstanden habe. Dort jibt's lecker Wiener und Gehopftes.
Da  der Verein kürzlich fusionierte mit dem RV Preussen gibt es auch eine neue Flagge. Diese wurde uns feierlich für unser Clubhaus überreicht.
feierliche Flaggenübergabe bei Saffonia
Anschliessend weiter mit einem Abstecher zum RC Tegel machen, wo wir gemütlich zu Mittag essen konnten. Von der Veranda des Vereins konnten wir Moby Dick sehen – DAS Ausflugsschiff schlechthin in Berlin. Jeder kennt es.
Moby Dick
Wieder ruff uff's Wasser und die Perlenkette von Motorbooten gekreuzt.

Thomas mit seiner Spezialmischung
Abends in Tiefwerder angekommen hatte Axel lecker gegrillt und Thomas für das flüssige Wohl gesorgt. (Unsere Crew in Tiefwerder weiß was es nach so einer Tour braucht!)
Wir saßen noch lange um die Feuerschale und quatschten über Gott und die Welt.
gemütliche Runde bei Tiefwerder

Das klönen rund um die Feuerschale - Tradition!
Sechste und Letzte Etappe: über den Teltowkanal zurück zu TiB. Hier kann ich gar nicht viel berichten, da ich an diesem Tag Landdienst hatte und somit in keinem der Boote mitruderte. Aber ich kann euch aus meiner Erfahrung der letzten TiB-TiB Touren sagen wie schön diese Strecke ist, mit einer wunderschönen Schleuse und am Tempelhofer Hafen haben meine Ruderkameraden wie immer für einen Imbiß gehalten.
Schleuse Kleinmachnow

schön festhalten…




Tempelhofer Hafen
Ich konnte Sie dann in unserem Ruderrevier an den Brücken abpassen und somit auch mal Fotos von ausserhalb des Bootes machen.
Am Heimathafen wieder angekommen mussten die Boote von einer Woche Tour gründlich geputzt werden und das Nachher Foto durfte natürlich auch nicht versäumt werden. 388 Kilometer haben wir gemeinsam in sieben Tagen zurückgelegt. Eine spannende Tour. Eine Tortour. Ein Abenteuer.
Schon fast am Ziel noch eine kurze Pause auf dem Wasser - ich winke vom Ufer

Mit Sonne ist die Stimmung wieder tippi-toppi

Einfahrt in den Heimathafen bei der TiB Oberspree
das besagte Nachher Foto
Vor zwei Tagen dachte ich mir noch - "Warum tust Du Dir das an?" oder "Das machst Du nie wieder!". Doch inzwischen denke ich nur daran welche Klamotten wohl nächstes Jahr praktischer wären um Nässe und Kälte zu trotzen.

2016 © Helge Kubath

Samstag, 23. April 2016

Wanderfahrt nach Zernsdorf

Am 09. April trafen sich 10 Ruderkameraden um gemeinsam eine traditionelle Wanderfahrt nach Zernsdorf zu absolvieren.


Bei schönem Sonnenschein legten wir beim TiB Wassersportzentrum ab und ruderten die Dahme hoch. Unsere zwei gesteuerten Vierer+ waren die geklinkerte Spree und die umgebaute Moldau die auch für die Großgewachsenen entsprechend lange Rollbahnen bietet. 

Mit ruhigem Schlag zogen wir gen Süden. Die Wasser waren ruhig und die Temperaturen angenehm. Bei Richtershorn ein kurzes Päuschen und Steuermannswechsel und weiter geht es via Seddinsee und Oder-Spree-Kanal Richtung Krossinsee. Dort angekommen zogen wir sofort nach Backbord rum und legten beim Anglerverein an um ordentlich Mittag zu essen.

Proppevoll kreuzten wir anschliessend über den Krossin See – weiter über Großer Zug Richtung Zernsdorf.

Dort angekommen legten wir an und entluden ersteinmal die Boote. Die Zimmer waren noch recht kalt, so dass Ludmilla den Kamin im Gemeinschaftraum anheizte.


Fünf von uns wollten noch ein wenig schippern - also ruderten wir nochmal los zum Zernsdorfer Lankensee. An dem rudert man sonst immer nur vorbei -  heute ergreifen wir die Chance und fahren rauf. Für zwei von uns ist es Neuwasser.

Am Ende vom See angekommen überlegen wir ob wir noch weiter rudern. Eigentlich geht es noch weiter zum Ukleisee. Der ist bei Apples Karten App nicht mal eingetragen (kleine Anm. des Autors). Doch die Zufahrt war derartig zugewachsen das wir das auf einen späteren Besuch verschoben haben. Also ab auf den Rückweg.
An den steilen Ufern sind viele Privatstege und ein netter Neu-Zernsdorfer lädt uns ein an seinem Steg einen Steuermannswechsel zu machen. Das nehmen wir doch dankend an und schnacken mit ihm noch kurz über seine Bauvorhaben und Steganlage. 

Wieder im Rollsitz fest verankert rudern wir im Sonnenuntergang zurück zum Quartier.

Die Moldau wird aus dem Wasser gehoben und an Land geparkt. Die Spree darf am Steg schlafen gehen.

Kurz nach uns legte ein schmucker Vierer mit Zernsdorfer Ruderkameraden an. Man kennt sich und die Wiedersehensfreude war bei den höheren Semestern entsprechend.

Wir beobachten noch den Sonnenuntergang und machten, ganz modern, Selfies.
Ohne Sonne wird’s doch schnell kühl und wir verlegen den Plausch in die vom Kamin geheizte Stube. Hier sitzen wir noch bis in den späten Abend und amüsieren, streiten, lachen, diskutieren über die “wichtigen” Dinge des Lebens.


Am nächsten Morgen - nach gutem Frühstück - ging’s zurück. Das Wetter lässt uns leider im Stich und so starten wir bei leichtem Nieselregen auf zur Heimreise.
Schleuse “Neue Mühle” schien überrascht von so frühem Besuch. Wir warteten pünktlich zu seinem Schichtbeginn in der Einfahrt.

Nach unserem zweiten Frühstück im Anglerverein hatte der Niesel sich in Regen verwandelt. Na Super. Aber hilft ja alles nichts. Also platsch auf den nassen Rollsitz und  durch die Himmelsgischt gerudert. 

Mit der Zeit ließ es auch wieder nach und als wir bei Richtershorn anlegten regnete es auch nicht mehr merklich. Leider hatten wir einen ordentlichen Temperatursturz wodurch es in unseren nassen Klamotten uns schnall kalt wurde. Udo pennte uns schon fast weg. Also lieber wieder schnell in die Welle. Die letzten Kilometer waren schnell gerissen und wir legten wieder im Heimathafen der TiB an. 

Die Tour hat trotz des feuchten Rückwegs mega Spaß gemacht und viele vom Team werden sich schon Ende April bei der Oder-Umfahrt wiedersehen. Dann geht’s sieben Tage einmal rund um Berlin. Aber das wird einen eigene Story.


2016 © Helge Kubath

Freitag, 22. April 2016

Anrudern 2016


Wie jedes Jahr lud der LRV zum Anrudern ein und alle Vereine machten sich am 02. April auf zum Friedrichshagener Ruderverein um die Saison offiziell zu eröffnen. 
Auch die TiBler hatten dazu aufgerufen, aber was ich mich im Bootshaus erwartete hatte wohl keiner erwartet. Da standen 46 Kameraden und scharrten mit den Füssen um endlich auf’s Wasser zu können. Einige waren Gäste aus anderen Vereinen, doch die Masse war aus der TiB. 
Da die Barke derzeit noch in der Werft für eine Aufrüstung liegt wurde diesmal der klassische Doppelachter zu Wasser gelassen. 
Heiko und fünf Weitere fanden sich zu einer kleinen Umfahrt zusammen und zogen mit dem Modulboot "Oder" los. Weitere 4er und 2er wurden zu Wasser gelassen und irgendwann hatten wir die komplette Horde auf dem Wasser.

Während die Meisten direkt zum FRV skullten und dort schon mal ordentlich feierten fuhr die Mannschaft der Oder zuerst nach Schmöckwitz. Kurzes Päuschen und wieder los um nicht lang den Steg zu blockieren- hier war auch richtig was los.

























Über Seddin’ rinn in den Gosener Kanal. Kurz vor Ende scharf Backbord durch den Alten Spreearm in die Müggelspree. Charlotte hat ordentlich Neuwasser und bewundert die Häuschen in Neu-Venedig. Am Dreibock abgebogen geht’s rüber zum Rahnsdorfer Ruderverein. Dort angekommen brauchen wir erstmal eine Erfrischung. Ein Kommen und Gehen herrscht am Ufer und wir beobachten das geschäftige Treiben. 
Nun wollen aber auch wir weiter. Das Boot wieder ins Wasser geschubst und weiter gehts’s über die Bänke auf den Müggelsee.

Er scheint ruhig aber wir wissen das der Wind der heute herrscht nicht zu unterschätzen ist. Aktuell präsentiert es sich aber noch harmonisch. Also rüber über den Müggel'. 
Der Wind scheint zuzunehmen und ab der Hälfte wird es ungemütlicher. Die Wellen stehen höher und unser Boot muss diverse Wellenberge überbrücken. Wir pflügen uns weiter durch den Wasserberg und versuchen so wenig Wellen wie möglich ins Boot zu bekommen. Doch keinen Chance da trocken rauszukommen. Kurz vor der Einfahrt in die rettende Spree haut es uns mehrfach ordentlich Wasser über die Ausleger. Wir rudern was das Zeug hält und versuchen die Wellen nicht seitlich zu kassieren. Hier an der Einfahrt brechen die Wellenberge aber von allen Seiten. Durchhalten denken wir uns und konzentrieren uns darauf das Boot auf Kiel zu stellen.

Geschafft.

Der Wind drückte die Wellen noch tief in die Spree-Einfahrt hinein , so dass erst hinter der Biegung wir wieder ruhiges Fahrwasser fanden.

die Parkplätze werden knapp
Beim FRV legten wir an und wringten ersteinmal unsere nassen Sachen aus. Das Bierchen jetzt war verdient.

Auf dem rappelvollen Sattelplatz begrüßten wir unsere anderen TiB Kameraden und viele andere bekannte Gesichter der befreundeten Vereine. Die Sonne gab sich alle Mühe und trocknete schnell unsere nasse Kleidung und verpasste uns einen schönen Sonnenbrand wie wir dann später feststellen durften.























Andere hatten nicht soviel Glück. Die DLRG rückte aus und musste einem Achter auf dem Müggelsee helfen der vollgelaufen war. 

Rechtzeitig vor Sonnenuntergang ruderten wir wieder zurück zu TiB (diesmal dann doch den kurzen Weg) und kippten dort die gefühlten 200 Liter Müggelwasser aus dem Modulboot.

Was ein Abenteuer als Saisonauftakt. 2016 kann nur ein gutes Ruderjahr werden. Euch Allen ein solches.



2016 © Helge Kubath

Mittwoch, 13. April 2016

Wintersaison 2015/2016

Dieser Winter wollte nicht so recht starten. Also nutzen wir die Wochenenden bis in den Dezember und ruderten regelmäßig weil die milden Temperaturen uns nicht im Bootshaus halten konnten.
Hier möchte wir besonders das Weihnachtsrudern am 24.12. und das Neujahrsrudern erwähnen.

Weihnachtsmänner & -frauen, Elfen und Hund


In roten Weihnachtsmann Kostümen ruderten wir am 24.12. durch die Stadt und die zahlreichen Passanten erfreuten sich unserer und machten wie wild Fotos. Wir wiederum kamen bei dem Sonnenschein so richtig ins schwitzen und mussten uns zwingen nicht die Santa Klaus Roben auszuziehen. 

Oberbaumbrücke an Heilig Abend

Weihnachtsrudern am 24.12.2015
gemeinsames Singen
Beim traditionellen Eisbeinessen wurden wie immer die Urkunden zum letzten Jahr verleihen. Dieses Mal gab es auch Ehrungen für Engagement innerhalb der Ruderriege. Mit weihnachtlichem Gesang wurde bis in den späten Abend gefeiert.
Freude über die Preisvergabe







Prost Neujahr









Selbst an Silvester wurde an die TiB Ruderriege gedacht und ein paar Skulls aus Wunderkerzen gefertigt - um sie dann abzufackeln. Prost Neujahr.

An Neujahr trudelten dann auch leicht verkatert acht Ruderkameraden ein um das neue Jahr 2016 sportlich zu starten. In Stunde 12 des neuen Jahres wurde abgelegt und wir zogen mit zwei Booten gen Richtershorn. Dort angekommen vermissten wir unsere gewonnenen Eier (kleine Traditionsgeschichte - erläutern wir vielleicht ein anderes mal) aber dafür bekamen wir unser Gastgetränk bevor wir wieder in dichtestem Nebel nach TiB ablegten. Auf der Dahme hatten wir teils nur 50 Meter Sicht. Also schön ausserhalb der Fahrrinne bleiben und rechtzeitig erahnen wo das Ufer kommt. Wohlbehalten legten wir wieder bei TiB an und planten direkt die nächste Ausfahrt. 

01.01.2016 - Neujahrsnebel
01.01.2016 - Eierfahrt nach Richtershorn




Doch jetzt wollte der Winter es wissen. Mit einem Temperatursturz auf minus sieben Grad und damit schnell zugefrorenen Wasserwegen frohr auch der Aussenbetrieb bei den Ruderern ein. 
Krafttraining war alles was blieb.

Eisschollen auf dem Britzer Verbindungskanal


Also waren wir fleißig am Dienstags, Mittwoch und Donnerstags abends beim Indorrtraining. Das Training in unseren zwei Trainingsräumen im WSZ gestaltete sich zwar weniger Fashion-like wie an Nikolaus dafür wurde hier immer ordentlich geschwitzt.
Auf unseren Ergometern war des öfteren Warteschlange angesagt so hoch war die Teilnahme in diesem Winter. Man konnte aber garantiert eines der anderen Trainingsgeräte nutzen - niemand kam zu kurz.

Alle Ergometer sind besetzt - ein inzwischen gewohntes Bild

Nach dem Training gönnten sich viele Vereinsmitglieder den Gang in unsere Sauna. Diese ist auch ein Grund sich in den dunklen Monaten zum WSZ zu bewegen. Leider hatten wir im Februar aufgrund eines Fliesenschadens eine zweiwöchige Nutzungspause.

Ruderkasten in Grünau
Sonntags Abend gab es ein Intensivtraining im Ruderkasten. Hier kann die Teilnehmerzahl noch verbessert werden. Aber wer in der kommenden Saison erfolgreich rudern will, fängt im Winter an sich darauf vorzubereiten. 
So erschienen am meisten Florian und  Thomas aus dem Langstreckenvierer. Aber auch Christina die im letzten Sommer als Anfängerin begann, kam fast regelmäßig zum Training, um ihre Rudertechnik zu verbessern.


Rowing Cinema 

Neben dem Training standen schnell auch andere Programmpunkte auf der Agenda was uns Ruderer zusammenführte. Nach dem traditionellen Mittwochstreffen startete Helge im Februar eine Filmreihe ab 19:00 Uhr. Hier wurden Spielfilme mit Ruderern im Mittelpunkt gezeigt. Im großen Vereinssaal des WSZ wurde auf Leinwand die Bewegtbildklassiker präsentiert. 
Auch hier fand sich schnell ein festes Stammpublikum. 





Neben der künstlerischen Weiterbildung wurde auch intern sich geschult. Trainer Heiko opferte mehrere Wochenenden in Schulungen um eine Zusatzqualifikation als Rehaübungsleiter zu erlangen. Im März hatte er noch am Verlängerungslehrgang seiner Trainerlizenz beim LRV Brandenburg teilgenommen.

Eine grössere und langwierigere Winteraktion war die Bootspflege. 
Bootswart Jürgen Joachim rief zum Schleifen, lackieren und ausbessern auf. Viele aufeinander-folgende Samstage verbrachte er in der Bootshalle. Teilweise war die Teilnahme so groß das er mehr mit Erklärungen und Werkzeugausgabe beschäftigt war, als selbst zupacken zu können. Hier geht ein grosser Dank an Alle die sich so stark engagiert haben. 

Die Werlsee & der Seehund - wurde komplett überholt. Das heißt der Lack kam runter und das Boot wurde jeweils von außen und innen neu lackiert. Die Werlsee glänzt wieder wie neu und zierte auch zu recht das Kalenderblatt im Februar des TiB Ruderkalenders 2016.
Alle anderen Boote erhielten ihre kleinen Reparaturen. Insbesondere die Skulls wurden für fast alle Boote einmal angeschliffen und neu lackiert.
Im Rennruderbereich wurde erstmalig die Poliermaschine eingesetzt um unser meist roten Lacke der Bootskörper wieder zum Glänzen zu bringen. Die Wiederaktivierung des Riemenzweiers und eines der Jugendvierer ist derzeit noch in Arbeit.

Der Ruderbetrieb kommt langsam wieder in die Gänge
Mit steigenden Temperaturen finden sich auch zum Sonntag wieder mehr und mehr Ruderer ein die Boote zu Wasser zu lassen. Kaum einer kann es erwarten endlich wieder richtig durchzustarten. Erste Aushänge für die Wanderfahrten zieren bereits die Wände und die Regatten werden sondiert.

Die Ruderriege Oberspree wünscht allen TiB’lern ein sportliches, erfolgreiches Jahr 2016.


2016 © Kubath/Engel